Blutegeltherapie
Die Blutegeltherapie wird seit Jahrtausenden zur Behandlung von verschiedensten Krankheiten und deren Symptomen verwendet. Erste Aufzeichnungen finden sich bereits in Berichten von Babyloniern 1500 Jahre vor Christus. Die Therapie mit Blutegeln wurde immer populärer so war Mitte des 19. Jahrhunderts der Bestand bereits vorm Aussterben bedroht. Seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts sind die kleinen Blutsauger wieder im Trend.
Aderlass durch Blutegel
Blutegel, hirudo medicinalis genannt, sind fünf Zentimeter große wurmartige Tiere, die sich in der menschlichen Haut festbeißen um so ihre Nahrung aufzunehmen. In ihrem Speichel enthalten sie die Stoffe Hirudin und Calin die beide die Blutgerinnung hemmen. Diese sind notwendig für den Erfolg der zirka 30-minütigen Behandlung, denn ohne Hirudin könnte das Blut währenddessen nicht fließen. Calin sorgt nach der Behandlung für den sogenannten “sanften Aderlass“, ein Prozess, bei dem die Wunde durch stetiges leichtes Nachbluten gereinigt wird.
Einsatzgebiete der Blutegeltherapie
Das Einsatzgebiet der Blutegel ist breit gefächert. Sie werden häufig nach einem chirurgischen Eingriff, der meist eine Replantation von Körperteilen beinhaltet, dazu verwendet, die Blutzirkulation in dem operierten Gebiet wieder anzukurbeln. Ferner werden sie zur Linderung der Schmerzen bei Arthrose, rheumatischen Entzündungen, Gichtanfällen und Stauungen in Venen und Lymphgefäßen verwendet.
Eine Blutegelbehandlung ist in keinem Fall schmerzhaft. Die Anzahl der zu verwendeten Blutegel richtet sich gewöhnlich nach Alter und Krankheitsbild des Patienten. Bei Kindern gilt: Nie mehr Egel als Lebensjahre! Die Blutegel werden an bestimmten Punkten angesetzt und beißen sich dort fest. Die Behandlung dauert meist an die 15 bis 30 Minuten. In seltenen Fällen bis zu 3 Stunden. Nachdem der Blutegel vollgesaugt ist, fällt er von selbst wieder ab und die Behandlung ist beendet.

